Fachgespräch in der AEVO-Prüfung: typische Fragen und gute Antworten
Nach Ihrer Unterweisung oder Präsentation folgt das Fachgespräch. Der Ausschuss möchte wissen, warum Sie so vorgegangen sind und ob Sie auch Alternativen kennen. Viele unterschätzen diesen Teil, dabei lassen sich hier Punkte gut aufholen.
Begründen Sie jede Entscheidung mit Bezug auf Lernziel, Inhalt und Azubi, am besten mit der Formel Behauptung, Begründung, Beispiel. Ehrliche Selbstreflexion überzeugt mehr als Schönreden.

Wie das Fachgespräch abläuft
Die praktische Prüfung dauert insgesamt höchstens 30 Minuten. Nach Ihrer Durchführung oder Präsentation von bis zu 15 Minuten bleibt die übrige Zeit für das Fachgespräch. Die Mitglieder des Ausschusses fragen nacheinander. Oft beginnt es mit einer offenen Frage wie „Wie ist es aus Ihrer Sicht gelaufen?“. Ihre Planung und Durchführung müssen Sie begründen können; der Ausschuss fragt aber auch über das Thema hinaus, etwa zu Recht, Beurteilung oder Lernschwierigkeiten.
Die Antwortformel
Behauptung, Begründung, Beispiel.
So bleiben Ihre Antworten kurz, nachvollziehbar und mit Ihrem Betrieb verbunden.
16 typische Fragen
Zur eigenen Durchführung
- Wie ist es aus Ihrer Sicht gelaufen?
- Haben Sie Ihr Lernziel erreicht? Woran erkennen Sie das?
- Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?
- Warum sind Sie vom Konzept abgewichen?
Zu Methode und Planung
- Warum haben Sie diese Methode gewählt? Welche andere wäre möglich gewesen?
- Wie haben Sie Ihr Feinlernziel formuliert, und woran messen Sie es?
- Welche didaktischen Prinzipien haben Sie berücksichtigt?
- Wie würden Sie das Thema mit drei Azubis gleichzeitig umsetzen?
Zum Azubi
- Wie berücksichtigen Sie das Alter Ihres Azubis (Jugendarbeitsschutz)?
- Was machen Sie, wenn der Azubi einen Fehler macht oder lustlos ist?
- Wie gehen Sie mit einem Azubi um, der schneller oder langsamer lernt?
- Wie motivieren Sie Ihren Azubi für dieses Thema?
Über das Thema hinaus
- Wie geht es nach der Unterweisung weiter?
- Wo steht das Thema im Ausbildungsrahmenplan?
- Wie beurteilen Sie die Leistung, und wie geben Sie Feedback?
- Welche Rolle spielt der Ausbildungsnachweis?
Beispiel für eine starke und eine schwache Antwort
Frage: „Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?“
| Schwach | Stark |
|---|---|
| „Eigentlich nichts, es lief gut.“ | „Ich habe in der Erklärphase zu viel selbst gesprochen. Beim nächsten Mal lasse ich die Azubi früher selbst ausprobieren, weil sie Vorwissen hatte. Das hätte auch Zeit für die Übung gespart.“ |
Ehrliche Selbstreflexion mit einer konkreten Verbesserung überzeugt mehr als Schönreden.
So bereiten Sie sich vor
- Eigene Fragen sammeln: Gehen Sie Ihr Konzept Abschnitt für Abschnitt durch und fragen Sie sich bei jeder Entscheidung „Warum?“.
- Alternativen kennen: Zu Ihrer Methode mindestens eine Alternative mit Vor- und Nachteil.
- Grundwissen auffrischen: Jugendarbeitsschutz, Probezeit, Beurteilung, Ausbildungsnachweis.
- Laut üben: am besten mit jemandem, der nachfragt. Antworten Sie in ganzen Sätzen, aber kurz.
So wirken Sie souverän
- Kurz antworten und mit Ihrem Betrieb verbinden.
- Fehler aus der Durchführung selbst ansprechen und sagen, was Sie besser machen würden.
- Bei unklaren Fragen nachfragen: „Meinen Sie …?“ ist erlaubt.
- Kurz nachdenken ist besser als schnell etwas Falsches sagen.
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Wie lange dauert das Fachgespräch in der AEVO-Prüfung?
Die praktische Prüfung dauert höchstens 30 Minuten. Nach der Durchführung oder Präsentation von bis zu 15 Minuten bleibt die übrige Zeit für das Fachgespräch.
Was wird im Fachgespräch gefragt?
Vor allem, warum Sie so vorgegangen sind: Methode, Lernziel, Lernerfolgskontrolle und Ihr Azubi. Dazu Fragen über das Thema hinaus, etwa zu Jugendarbeitsschutz oder Beurteilung.
Kann ich im Fachgespräch Punkte aufholen?
Ja. Wer Schwächen der Durchführung selbst erkennt und begründet verbessert, zeigt genau die Reflexion, die der Ausschuss sehen will.
Darf ich bei einer Frage nachfragen?
Ja. Eine kurze Rückfrage wie „Meinen Sie …?“ ist erlaubt und besser als eine Antwort an der Frage vorbei.