Praktische AEVO-Prüfung: das richtige Thema finden (mit Beispielen)
Das Thema entscheidet mit über Ihr Ergebnis. Ein gutes Thema ist klein, konkret und in 15 Minuten sichtbar zu schaffen. Die häufigste Ursache für Punktverlust in der praktischen Prüfung ist ein zu großes Thema.
Wählen Sie einen einzelnen Handgriff oder Arbeitsschritt aus Ihrem Berufsalltag, den ein Azubi in 15 Minuten lernen und zeigen kann. Probe: Lässt sich daraus ein messbares Feinlernziel formulieren?

So läuft die praktische Prüfung ab
Die praktische AEVO-Prüfung dauert höchstens 30 Minuten. Sie besteht aus zwei Teilen: einer Präsentation oder praktischen Durchführung einer Ausbildungssituation, die 15 Minuten nicht überschreiten soll, und einem Fachgespräch mit dem Ausschuss. Das Thema wählen Sie selbst. Viele Kammern verlangen dazu vorab ein schriftliches Konzept.
Fünf Fragen für Ihr Thema
- Ist es eine einzelne Tätigkeit? „Eine Eingangsrechnung prüfen“ statt „Buchhaltung“. Ein Verb, ein Gegenstand.
- Passt es in 15 Minuten? Einschließlich Einstieg, Erklären, Üben und Lernerfolgskontrolle. Wenn Sie selbst für die Tätigkeit schon 10 Minuten brauchen, ist sie zu groß.
- Steht es im Ausbildungsrahmenplan? Das Thema sollte zu einem echten Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr passen. Nennen Sie die Fundstelle im Konzept.
- Kann der Azubi aktiv werden? Er soll etwas tun, erklären oder entscheiden, nicht nur zuhören.
- Ist das Material verfügbar? Alles muss in den Prüfungsraum passen und sicher sein. Ein Gabelstapler passt nicht, ein Handhubwagen vielleicht schon, Fotos oder ein Modell immer.
Themenbeispiele nach Bereich
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Büro und Verwaltung | Eingangsrechnung prüfen · Geschäftsbrief nach DIN 5008 gestalten · Telefonnotiz anfertigen · Reisekosten abrechnen · Termin in Outlook mit Teilnehmern anlegen · Serienbrief erstellen |
| Handel | Reklamation annehmen · Ware auszeichnen · Verkaufsgespräch eröffnen · Kassenabschluss vorbereiten · Wareneingang buchen · Regal nach dem Planogramm bestücken |
| Lager und Logistik | Wareneingang mit dem Lieferschein prüfen · Handhubwagen sicher bedienen · Palette ladungssicher packen · Gefahrgutkennzeichnung lesen |
| Gastronomie und Hotel | Tisch eindecken · Gast am Empfang einchecken · Weinglas polieren · Allergene auf der Speisekarte erklären · Cappuccino zubereiten |
| Elektro und Metall | Leiter mit Aderendhülsen versehen · Innengewinde schneiden · Messschieber ablesen · Spannungsfreiheit nach den fünf Sicherheitsregeln feststellen |
| Kfz und Handwerk | Reifendruck prüfen und einstellen · Bohrmaschine sicher einsetzen · Fliese zuschneiden · Wasserwaage richtig anlegen · Holzverbindung anreißen |
| Gesundheit und Pflege | Hände hygienisch desinfizieren · Blutdruck messen · Rezept auf Vollständigkeit prüfen |
| IT | Sicheres Passwort erstellen · Netzwerkkabel crimpen · Phishing-Mail erkennen |
Präsentation oder Durchführung?
Die meisten wählen die praktische Durchführung: Sie unterweisen eine Person, die den Azubi spielt. Das ist anschaulich und zeigt dem Ausschuss direkt, wie Sie ausbilden. Die Präsentation passt eher, wenn sich das Thema im Prüfungsraum schlecht vorführen lässt, etwa bei großen Maschinen. Dann erklären Sie dem Ausschuss, wie Sie die Unterweisung planen und durchführen würden.
Klären Sie früh, wer den Azubi spielt. Manche Kammern erlauben einen eigenen Azubi, andere stellen eine Person oder lassen ein Ausschussmitglied einspringen. Das steht in Ihrer Einladung.
Vom Thema zum Lernziel
Ein gutes Thema lässt sich in ein messbares Feinlernziel übersetzen. Probe: Können Sie einen Satz schreiben wie „Der Azubi stellt den Reifendruck an allen vier Rädern nach Herstellerangabe ein, Abweichung höchstens 0,1 bar“? Wenn ja, ist das Thema konkret genug. Wenn Sie nur „versteht“ oder „kennt“ schreiben können, ist es zu allgemein. Mehr dazu: Lernziele formulieren.
Typische Fehler
- Thema zu groß: Nach 15 Minuten ist erst die Hälfte geschafft.
- Thema zu leicht: Der Azubi kann es schon, es gibt nichts zu lernen.
- Vortrag statt Unterweisung: Der Azubi kommt kaum zu Wort.
- Nicht vorführbar: Material fehlt im Prüfungsraum, die Unterweisung bleibt abstrakt.
- Fremdes Thema: Ein Thema aus dem Internet ohne Bezug zum eigenen Beruf. Der Ausschuss merkt das im Fachgespräch schnell.
Tipp vom Prüfer
Nehmen Sie eine Tätigkeit, die Sie selbst täglich machen und die Azubis in Ihrem Betrieb wirklich lernen. Dann können Sie im Fachgespräch aus Erfahrung antworten, und genau das überzeugt.
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Wie lange dauert die praktische AEVO-Prüfung?
Höchstens 30 Minuten. Die Präsentation oder Durchführung soll 15 Minuten nicht überschreiten, danach folgt das Fachgespräch.
Darf ich ein Thema aus einem anderen Beruf nehmen?
Besser nicht. Das Thema sollte aus Ihrem Beruf kommen, damit Sie im Fachgespräch fachlich sicher sind. Klären Sie Sonderfälle mit Ihrer Kammer.
Muss das Thema im Ausbildungsrahmenplan stehen?
Es sollte sich dort zuordnen lassen. Nennen Sie im Konzept die passende Position und das Ausbildungsjahr.
Ist ein einfaches Thema schlecht?
Nein. Einfach und konkret ist gut. Es muss für den Azubi aber etwas Neues enthalten, sonst gibt es kein Lernziel.