AEVO-Ratgeber

Praktische AEVO-Prüfung: das richtige Thema finden (mit Beispielen)

Von einem AEVO-Prüfer und Berufsschullehrer · Stand Oktober 2026

Das Thema entscheidet mit über Ihr Ergebnis. Ein gutes Thema ist klein, konkret und in 15 Minuten sichtbar zu schaffen. Die häufigste Ursache für Punktverlust in der praktischen Prüfung ist ein zu großes Thema.

Kurz gesagt

Wählen Sie einen einzelnen Handgriff oder Arbeitsschritt aus Ihrem Berufsalltag, den ein Azubi in 15 Minuten lernen und zeigen kann. Probe: Lässt sich daraus ein messbares Feinlernziel formulieren?

Themenliste für die praktische AEVO-Prüfung
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So läuft die praktische Prüfung ab

Die praktische AEVO-Prüfung dauert höchstens 30 Minuten. Sie besteht aus zwei Teilen: einer Präsentation oder praktischen Durchführung einer Ausbildungssituation, die 15 Minuten nicht überschreiten soll, und einem Fachgespräch mit dem Ausschuss. Das Thema wählen Sie selbst. Viele Kammern verlangen dazu vorab ein schriftliches Konzept.

Fünf Fragen für Ihr Thema

  1. Ist es eine einzelne Tätigkeit? „Eine Eingangsrechnung prüfen“ statt „Buchhaltung“. Ein Verb, ein Gegenstand.
  2. Passt es in 15 Minuten? Einschließlich Einstieg, Erklären, Üben und Lernerfolgskontrolle. Wenn Sie selbst für die Tätigkeit schon 10 Minuten brauchen, ist sie zu groß.
  3. Steht es im Ausbildungsrahmenplan? Das Thema sollte zu einem echten Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr passen. Nennen Sie die Fundstelle im Konzept.
  4. Kann der Azubi aktiv werden? Er soll etwas tun, erklären oder entscheiden, nicht nur zuhören.
  5. Ist das Material verfügbar? Alles muss in den Prüfungsraum passen und sicher sein. Ein Gabelstapler passt nicht, ein Handhubwagen vielleicht schon, Fotos oder ein Modell immer.

Themenbeispiele nach Bereich

BereichBeispiele
Büro und VerwaltungEingangsrechnung prüfen · Geschäftsbrief nach DIN 5008 gestalten · Telefonnotiz anfertigen · Reisekosten abrechnen · Termin in Outlook mit Teilnehmern anlegen · Serienbrief erstellen
HandelReklamation annehmen · Ware auszeichnen · Verkaufsgespräch eröffnen · Kassenabschluss vorbereiten · Wareneingang buchen · Regal nach dem Planogramm bestücken
Lager und LogistikWareneingang mit dem Lieferschein prüfen · Handhubwagen sicher bedienen · Palette ladungssicher packen · Gefahrgutkennzeichnung lesen
Gastronomie und HotelTisch eindecken · Gast am Empfang einchecken · Weinglas polieren · Allergene auf der Speisekarte erklären · Cappuccino zubereiten
Elektro und MetallLeiter mit Aderendhülsen versehen · Innengewinde schneiden · Messschieber ablesen · Spannungsfreiheit nach den fünf Sicherheitsregeln feststellen
Kfz und HandwerkReifendruck prüfen und einstellen · Bohrmaschine sicher einsetzen · Fliese zuschneiden · Wasserwaage richtig anlegen · Holzverbindung anreißen
Gesundheit und PflegeHände hygienisch desinfizieren · Blutdruck messen · Rezept auf Vollständigkeit prüfen
ITSicheres Passwort erstellen · Netzwerkkabel crimpen · Phishing-Mail erkennen

Die Beispiele sind Anregungen. Passen Sie das Thema an Ihren Beruf, Ihren Betrieb und Ihren Azubi an.

Präsentation oder Durchführung?

Die meisten wählen die praktische Durchführung: Sie unterweisen eine Person, die den Azubi spielt. Das ist anschaulich und zeigt dem Ausschuss direkt, wie Sie ausbilden. Die Präsentation passt eher, wenn sich das Thema im Prüfungsraum schlecht vorführen lässt, etwa bei großen Maschinen. Dann erklären Sie dem Ausschuss, wie Sie die Unterweisung planen und durchführen würden.

Klären Sie früh, wer den Azubi spielt. Manche Kammern erlauben einen eigenen Azubi, andere stellen eine Person oder lassen ein Ausschussmitglied einspringen. Das steht in Ihrer Einladung.

Vom Thema zum Lernziel

Ein gutes Thema lässt sich in ein messbares Feinlernziel übersetzen. Probe: Können Sie einen Satz schreiben wie „Der Azubi stellt den Reifendruck an allen vier Rädern nach Herstellerangabe ein, Abweichung höchstens 0,1 bar“? Wenn ja, ist das Thema konkret genug. Wenn Sie nur „versteht“ oder „kennt“ schreiben können, ist es zu allgemein. Mehr dazu: Lernziele formulieren.

Typische Fehler

Tipp vom Prüfer

Nehmen Sie eine Tätigkeit, die Sie selbst täglich machen und die Azubis in Ihrem Betrieb wirklich lernen. Dann können Sie im Fachgespräch aus Erfahrung antworten, und genau das überzeugt.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die praktische AEVO-Prüfung?

Höchstens 30 Minuten. Die Präsentation oder Durchführung soll 15 Minuten nicht überschreiten, danach folgt das Fachgespräch.

Darf ich ein Thema aus einem anderen Beruf nehmen?

Besser nicht. Das Thema sollte aus Ihrem Beruf kommen, damit Sie im Fachgespräch fachlich sicher sind. Klären Sie Sonderfälle mit Ihrer Kammer.

Muss das Thema im Ausbildungsrahmenplan stehen?

Es sollte sich dort zuordnen lassen. Nennen Sie im Konzept die passende Position und das Ausbildungsjahr.

Ist ein einfaches Thema schlecht?

Nein. Einfach und konkret ist gut. Es muss für den Azubi aber etwas Neues enthalten, sonst gibt es kein Lernziel.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Vorgaben Ihrer Kammer.